Die Anforderungen im betrieblichen Alltag werden immer komplexer, rasches Aufnehmen von Informationen und adäquates und effektives Handeln sind erforderlich. Je nach Grundstruktur der Persönlichkeit gelingt es, sich den Anforderungen zu stellen und neuen Herausforderungen richtig zu begegnen.
Aus vielen Untersuchungen geht klar hervor, dass eine erfolgreiche Führungspersönlichkeit ein hohes Ausmaß an sozialer Kompetenz ausweisen muss. Immer wieder zeigt die Erfahrung, dass fachlich bestens qualifizierte Persönlichkeiten am Faktor Mensch scheitern.
WER soll gecoacht werden?
Letztlich alle, die ihre Aufgaben wirksamer, stressfreier, und besser bewältigen wollen.
Also vor allem Unternehmer, Geschäftsführer, Politiker sowie Führungskräfte aller Ebenen, das heißt, Menschen, die beruflich besonders belastet sind.
Aber auch Mitarbeiter aller Bereiche, Trainer, Auszubildende, Nachwuchskräfte sowie Menschen in Sozialberufen können durch Coaching lernen, ihre Aufgaben belastungsresistenter zu erfüllen.
Zwei Beispiele:
Herr Ehrgeiz, ein Top-Jurist, hat in seiner Firma die Rechtsabteilung mit viel Einsatz zu einem sehr effektiven Instrumentarium aufgebaut. Nur - immer wieder kommt es zu Konflikten mit dem Vorstandsvorsitzenden. Er wird schließlich gekündigt und sucht daraufhin die Beratung auf.
Frau Unsicher, eine fachlich äußerst qualifizierte Ärztin, ist Leiterin eines Universitätskrankenhauses. ABER: Sie hat Probleme als Führungspersönlichkeit; sie nimmt ihre Führungsposition gegenüber ihren Mitarbeitern nicht adäquat und kompetent ein. Sie entschließt sich für ein "Coaching-Seminar".
Zu viele Menschen haben gelernt, ihre Probleme und Konflikte, ihre Fehler und ihr Versagen mit anderen Mitteln als mit Einsicht und entsprechenden Lernprozessen zu bearbeiten.
Sie sehen sich selbst als Opfer widriger Umstände oder schlecht motivierter Mitarbeiter.
Mit dieser Grundhaltung brauchen sie nur zu warten, bis sich die Umstände bzw. die Mitarbeiter ändern, um selbst wieder erfolgreich zu sein. Dies ist "Schönwetter-Management" in hoher Konzentration. Wirkliche Manager, dauerhaft erfolgreiche Menschen, haben gelernt, aus der Opferrolle in die Unternehmerrolle hineinzuwachsen. Erst wer einsieht, dass er Gestalter seines eigenen Schicksals ist, wird sich ändern, und nur der, der sich ändern will, braucht einen Coach!
WAS ist Coaching?
Coaching ist ein Instrument, das sich in der Aus- und Weiterbildung etabliert hat und dem für die kommenden Jahre wachsende Bedeutung vorausgesagt wird.
Der Coach ist es, der die Möglichkeiten und Grenzen der psychischen Belastbarkeit der Führungskraft/des Mitarbeiters erkennt und auszuweiten versucht.
Er ist es, der helfen kann, mit Frustration, Aggression, Leistungsdruck und Versagensangst umzugehen, stabile Motivation und anhaltende Konzentration aufzubauen. Er ist zur Stelle und festigt mit Anerkennung und Kritik das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusst-
sein der Führungskraft.
Vielleicht hat unsere Zeit den Coach aus der Not geboren - aus der Not der vielen einseitig und im alten Weltbild Gebildeten, die begreifen, dass sie im Arbeitsalltag überlastet sind und jenen "Freund" suchen, der - egal wie er heißt - helfen kann. Denn der Manager der Zukunft muss in der Lage sein, viele Seiten und häufig auch Widersprüche zu berücksichtigen und darf die für die Entwicklung des Unternehmens notwendigen und hilfreichen Konflikte nicht durch starre Entscheidungen, die nach dem alten Muster gestrickt sind, lösen. Er muss in dynamischem Abwägen oder Ausbalancieren mit allen Beteiligten Lösungen erarbeiten können - als moderierender, Leistung freisetzender Helfer.
Im Rahmen des Krisen- bzw. Konfliktmanagements ist es dabei besonders wichtig, dass bei Lösungsversuchen niemand sein Gesicht verliert und jeder Zugeständnisse machen kann, ohne gleich als "Verlierer" dazustehen. Die Führungskraft wird daher mit Hilfe des Coach Modelle und Strategien zu entwickeln haben, wie einerseits sinnvolle Krisenprävention bzw. gegebenenfalls Interventionen ohne "Verlierer" erreicht werden.
WIE funktioniert Coaching?
Aufgabe des Coach in unserer Philosophie als "Auslöser und Begleiter gewollter "Entwicklung" ist es, die Führungskraft bei der Reflexion des tatsächlichen und der Realisation des gewünschten Verhaltens zu unterstützen. So wird es möglich sein, dass in seinem Einflussbereich kreative Prozesse in Gang gesetzt werden, kreative Produkte und kreative Ideen entstehen.
Weiters noch drei wesentliche Bereiche, in denen der Coach seinen Partner begleitet:
Umgang mit sich selbst,
Umgang mit anderen,
Umgang mit der Zeit.
Coaching-Formen
Aus der Vielfalt der Entscheidungsformen kann man heute folgende Coaching-Formen als "Hauptrichtungen" erkennen:
Einzelcoaching durch einen internen oder externen Coach
Beim Einzelcoaching geht es im persönlichen Gespräch darum,
Veränderungs- und Selbsterkenntnisprozesse zu ermöglichen;
durch Erweiterung der Selbstwahrnehmung das eigene Verhalten durchschaubar zu machen.
Beide Partner arbeiten in einer von Vertrauen getragenen Beziehung an der methodischen Kompetenz im Umgang mit Führungsaufgaben, an fachlichen Aufgabenstellungen, an der individuellen Weiterentwicklung und an der Kompetenz im Umgang mit sich selbst.
Der externe Coach
Erfahrungen belegen, dass Führungskräfte des Topmanagements bzw. des gehobenen Managements besser mit einem externen Coach beraten sind, während Führungskräfte der 1. und 2. Linie vom internen Coach oder aber besser vom jeweiligen Vorgesetzten, der ihre Realität kennt, gecoacht werden können.
Die Hilfestellung des externen Coach sollte dort in Anspruch genommen werden, wo
der Gecoachte aufgrund seiner hierarchischen Stellung im Unternehmen keinen adäquaten Gesprächspartner findet
abzusehen ist, dass der Coaching-Prozess stark in die Persönlichkeitssphäre des Gecoachten hineingeht und die Intimsphäre gewahrt bleiben soll
das Coaching fachliche, methodische und/oder menschlich-soziale Kompetenzen erfordert, die unternehmensinternen Beratern nicht verfügbar sind.
Der interne Coach
Der Coach muss bestimmte Grundhaltungen und Qualifikationen mitbringen, um als Vorgesetzter seine Mitarbeiter coachen zu können. Wichtige Eigenschaften sind:
Ausgeglichenheit
die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren
kommunikative Fähigkeiten
Verhandlungskompetenz
diagnostische und sensitive Fähigkeiten.
Die Führungskraft als Coach ihrer Mitarbeiter
Der Vorgesetzte muss folgenden Ablauf einhalten:
Erarbeitung der aus der Unternehmensphilosophie resultierenden Anforderungen an die Verhaltensweisen und die Arbeit des Mitarbeiters und Erstellung eines Anforderungsprofils mit definierbaren und damit beobachtbaren Kriterien* Analyse der derzeitigen Situation
Besprechung der Analyseergebnisse
Diskussion über Übereinstimmungen und Differenzen zwischen Anforderungs- und Ist-Profil
Erarbeitung von Maßnahmen zur Verbesserung oder Kompensation der vom Soll abweichen- den Kriterien
Gestaltung der Maßnahmen mit Feed-back-Gesprächen, in denen Veränderungen, aber auch Stillstände besprochen werden
gegebenenfalls Entsendung zu Trainingsmaßnahmen und Hinzuziehung eines externen Coaches
Entscheid über den Verbleib des Mitarbeiters in der Position bzw. über Möglichkeiten, in denen er seine Fähigkeiten und Fertigkeiten wirksamer und für das Unternehmen nützlicher einbringen kann.
Systemcoaching
Systemische Beratung von Führungskräften entstand aus der Einsicht, dass die Beratung von Organisationen und Institutionen zunehmend aus der systemischen Sichtweise betrachtet und realisiert werden muss. Unterschiedliche Problembereiche werden dabei rekonstruiert und entsprechende Interventionen entworfen. Die systemischen Ansätze betrachten den handelnden Menschen in seinen vielfältigen Verknüpfungen mit relevanten Personen und Sachverhalten.
Coaching für Redner
Beim Rhetorikcoaching wird den Beratungspartnern geholfen, in den "Spiegel" zu schauen, ihr Spiegelbild mit den Augen der Zuhörer zu sehen und ihre Worte mit den Ohren der Zuhörer zu hören. Es werden keine Tricks und Methoden nach dem Motto trainiert: "Wenn du redest, wird dein Gegenüber sich so verhalten." Es werden nicht einfach effektvolle Formulierungen und Gesten einstudiert. Der Coach ist Auslöser und Begleiter von gewollter Entwicklung.
Coaching ist:
eine Begleitung auf Zeit
Hilfe zur Selbsthilfe
ein kompaktes, umfassendes Maßnahmenbündel zur Hilfe bei insbesonders beruflichen Aufgaben und Problemen
eine Summe von Hilfsmaßnahmen zur Lösung persönlicher Probleme, komplexer Problemstellungen
eine Hilfestellung bei der Ablösung alter Denkmuster durch neue
eine Hilfestellung bei der Gestaltung des Wertewandels
eine Möglichkeit, der Vereinsamung von Führungskräften entgegenzuwirken
eine Gelegenheit zum Erlernen von Techniken, die helfen, besser mit Stresssituationen umzugehen
eine Gelegenheit zum Erlernen kommunikativer Fähigkeiten
ein Prozess zur Entwicklung der Persönlichkeit und/oder der rollenspezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten oder deren Kompensation
Coaching ist kein(e):
neue Form der Psychotherapie
Begleitung auf Lebensdauer
Art von oder Ersatz von Freundschaft
Arzt-Patienten-Beziehung
Unterweisung und Belehrung
Wundermittel
Lehrer-Schüler-Prozess
Vor allem ist das Coaching aber keine Chance zur Verlagerung von betrieblichen Problemen auf einen externen Coach