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Selbstvertrauen ist die Fähigkeit, sich etwas zuzutrauen (sich zu trauen), auch zuzumuten (Mut zu haben). Es hilft uns, darauf zu vertrauen, das Leben anpacken zu können und mit all seinen Schwierigkeiten und Aufgaben, die es uns stellt, zurechtzukommen.
Wenn wir es in ausreichendem Maße "besitzen", erleben wir uns als "selbstwirksam". Wir können etwas bewirken und daraus z.B. Energie und Freude schöpfen. Es macht uns mutiger, freier, schöpferischer und flexibler. Es stärkt unser Selbstwertgefühl!
Es macht uns leichter möglich,
- mit Misserfolgen umzugehen,
- die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen,
- realistische Ziele zu setzen und umsetzen,
- mit Kritik konstruktiv umzugehen,
- weniger Ängste zu haben,
- eine eigene Meinung zu bilden und auch zu vertreten,
- Mut zur Veränderung zu haben,
- Krisen zu bewältigen.
Wie kann ich Selbstvertrauen erwerben und ausbauen?
Es beginnt mit dem Urvertrauen, das wir der Welt entgegenbringen, wenn unser Leben beginnt. In völliger Abhängigkeit sind wir darauf angewiesen, darauf zu vertrauen, dass für unser leibliches und seelisches Wohlergehen in ausreichendem Maße gesorgt wird. Anders könnten wir nicht überleben.
Je älter ein Kind wird, desto unabhängiger wird es. Es kann mehr und mehr zu seinem eigenen Wohl und zu seinem Überleben beitragen. Aber auch, wenn wir für unser Leben später selbst sorgen bzw. unseren Unterhalt selbst verdienen können, sind wir auf andere Menschen mehr oder weniger angewiesen.
Auch bei größtmöglichster Unabhängigkeit ist der Mensch auf zwischenmenschliche Beziehungen und Leistungen angewiesen.
Kein Mensch kann völlig ohne andere Menschen auskommen und dabei ausgeglichen, glücklich und zufrieden sein.
Anerkennung und Bestätigung für seine Leistungen, aber auch für seine ganz persönliche Art, Mensch zu sein, sind schon von Kindheit an wichtige Faktoren, Selbstvertrauen zu gewinnen.
Ein kleines Kind leistet bereits viel und braucht dafür Anerkennung und Bestätigung.
Es lernt z. B. gehen, essen, sprechen, auf die Toilette gehen, usw. Es lernt spielerisch, seine Fähigkeiten zu entdecken und auszubauen. Beobachten Sie Kinder und Sie sehen, mit welcher Begeisterung sie Neues erlernen, welches Strahlen in ihren Gesichtern zu beobachten ist, wenn ihnen etwas gelungen ist. Sie trauen sich etwas zu und probieren, wenn es sie interessiert, so lange bis es ihnen gelingt.
Ein Beispiel:
Ein Kleinkind spielt mit Holzklötzchen und versucht, einen Turm zu bauen - anfangs mit wenig Erfolg, denn der "Turm" fällt immer wieder um. Manchmal erscheint es "Beobachtern" nun zu schwer und sie greifen hilfreich ein. Nicht immer aber ist es von Vorteil zu helfen, denn Kinder brauchen unterschiedlich Zeit zu lernen und wünschen sich, das jeweilige Ziel selbständig zu schaffen.
Beobachten Sie die unterschiedlichen Reaktionen eines Kindes, wenn es selbst etwas erlernt oder entdeckt hat. Kinder sind wahre Meister des Entdeckens, wenn es (gefahrlos) möglich ist. Es geht hier natürlich immer um Aufgaben, die ein Kind von seinem Alter her überhaupt bewältigen kann. Natürlich ist es nicht immer möglich, dem Forscher- und Entdeckerdrang eines Kindes nachzugeben, aber dort, wo es sich nicht selbst gefährdet und unser Zeitbudget es zulässt, soll es "die Welt" erobern dürfen.
Nichts ist nämlich so motivierend wie der eigene Erfolg.
Wir erwarten uns heute allerdings mehr als das "nackte Überleben". Ob und in welcher Form unsere heute oft sehr hohen Erwartungen aber erfüllt werden können , ist meist ungewiss.
Was gestern noch gültig war, ist morgen schon überholt, und oft wissen wir erst nachher, dass "nicht alles Gold ist, was glänzt".
Wenn wir nun also das Glück hatten oder haben, so aufzuwachsen, dass wir ausreichend geliebt, angenommen, gefordert und gefördert wurden/werden, so dass dieses Urvertrauen sich bestätigt und sich weiter entwickeln konnte, haben wir eine wichtige Voraussetzung, unser Leben selbst so zu gestalten, dass wir den Anforderungen, die es uns stellt, gewachsen sind.
Das klingt so einfach und scheint aber doch eine der schwierigsten Aufgaben in unserem Leben zu sein, denn offensichtlich werden nur selten alle unsere Vorstellungen, Wünsche und Sehnsüchte in dieser Hinsicht erfüllt.
Niemand kann ernsthaft behaupten, dass Generationen von Menschen ihren Nachwuchs bewusst entmutigen wollen. Jeder Mensch versucht normalerweise, sein Bestes zu geben. Geben aber kann man nur das, was man selbst hat. Mit Schuldzuweisungen landen wir bei Adam und Eva, und dies kann zwar manchmal kurzzeitig entlasten, aber wirklich hilfreich ist es nicht. Hilfreich ist es, dort etwas zu ändern, wo wir erkennen, dass alte Verhaltensweisen uns beschränken und uns oder andere entmutigen und schädigen.
Wir sind also dann dazu aufgefordert, wenn wir erkennen, dass uns etwas Zentrales für unsere Entfaltung und Zufriedenheit fehlt, Möglichkeiten zu finden, die dazu notwendigen Fähigkeiten zu erwerben bzw. zu erweitern. Erwarten Sie bitte nicht, dass das leicht ist, aber möglich ist es. Wenn Sie nun erkannt haben, dass es Ihnen an eben diesem "Sich etwas zu trauen" fehlt oder Sie noch mehr davon haben möchten, gehen Sie auf die Suche. Sie können sich z.B. fragen: "Was hat mir bis jetzt geholfen, mich zu stärken, was hat mich geschwächt? Wer oder was hat mich ermutigt?"
Fangen Sie bitte bei sich selbst an. Viele Gespräche, die wir mit uns selber führen (nach innen und meist unbewusst) sind nicht gerade ermutigend, wie z.B.: "Ich bin wirklich zu allem zu dumm; immer muss das mir passieren; das schaffe ich sowieso nicht; nie gelingt mir etwas!" usw.
Kennen Sie solche Gespräche und denken Sie, dass Sie das stärken kann? Ich denke nicht, sie schwächen Ihr Selbstvertrauen maßgeblich.
Viele von uns kennen solche Sätze aus ihrer Kindheit in der "DU-FORM". Du bist..., du kannst nicht..., du darfst nicht...,.so macht man das nicht, usw. Sie sind uns so vertraut, wir haben sie verinnerlicht und sie wirken!
Wir können dann nicht, glauben dann nicht, dürfen dann nicht, machen dann nicht und handeln dann nicht, es wirkt - wir behalten somit Recht. Wenn diese "Glaubenssätze" uns nun so wirksam schwächen können, könnten sie uns - positiv formuliert - doch ebenso gut stärken. Versuchen Sie es einfach! Um Missverständnissen vorzubeugen, positives Denken und (Formulieren) ist wirksam, aber nur denken ist zu wenig. Es soll und kann uns dabei unterstützen, an uns und unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten zu glauben und uns so mutiger zu machen, die Dinge zu tun, die aus unserer Sicht zu tun sind, also uns zu verantwortungsvollem Handeln zu bewegen.
Die Angst, nicht zu genügen und Fehler zu machen, ist ein Bremsklotz für unsere Entwicklung und beschränkt unser Handeln.
Ein Menschenleben ohne Irrtümer und sogenannten "Fehlern" ist nicht lebbar. "Fehler" sind dazu da, um aus ihnen zu lernen. Nur dann können sie nämlich einen Sinn geben.
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Fragen sie sich daher immer auch selbst:
- Wie sehe ich diese Situation oder mein Verhalten selbst?
- Bin ich selbst mit mir zufrieden?
- Kann ich es besser machen?
- Kann und möchte ich etwas verändern und welche Auswirkungen wird es haben?
- Was bewirkt es für mich und auch für andere Menschen, mit denen ich in Verbindung stehe?
- Wo stehe ich heute?
- Wie kam es dazu?
- Welche Talente, Anlagen, Eigenschaften, die ich besitze, sind im Laufe der Zeit "verschüttet" worden oder "untergegangen"?
- Was will ich überhaupt erreichen?
- Was ist Erfolg für mich?
- Welche Ziele habe ich?
- Welche schädlichen Überzeugungen und Verhaltensweisen haben meine Entwicklung bisher möglicherweise behindert oder verzögert?
Machen Sie sich also bewusst, wie Sie mit sich selbst und anderen umgehen. Entdecken Sie, wer und was Sie ermutigt, welche Fähigkeiten Sie besitzen, die Sie vielleicht für so selbstverständlich halten, dass Sie sie gar nicht erkennen und schätzen, wie z.B. "Gut zuhören können, zurückstehen können, gut organisieren können, geduldig sein können, liebevoll sein können, gezielt einkaufen können, gut kochen können" usw. Gehen Sie geduldiger und liebevoller mit sich um. Ermutigen Sie sich selbst und suchen Sie sich Menschen, die Sie dabei unterstützen. Loben und anerkennen Sie auch die kleinsten Schritte, die Sie machen. Sagen Sie sich selbst jeden Tag etwas Liebevolles. Schreiben Sie auf, was Sie ändern wollen und beginnen Sie mit dem, was Ihnen am leichtesten erscheint. Seien Sie geduldig, wenn es nicht gleich klappt. Bleiben Sie "dran", auch wenn es besonders schwer fällt. Jedes "Gelingen" stärkt Sie, auch wenn es ein noch so kleiner Schritt ist. Seien Sie zu sich selbst so wie zu Ihrem/Ihrer besten Freund/in.
Seien Sie selbst Ihr größter Ermutiger! Glauben Sie vor allem an sich selbst, aber bleiben Sie dabei Realist!
Zu hoch gesteckte Erwartungen und Ziele sind entmutigend und frustrierend, zu niedrige erzeugen Unlust und Unzufriedenheit.
Fragen Sie sich auch: "Welche Menschen haben mich in meinem Leben bisher ermutigt? "Wie haben diese Menschen das gemacht und welche Fähigkeiten hatten oder haben diese Menschen"? Was genau haben diese Menschen getan, dass Sie sich ernst genommen, geschätzt, angenommen gefühlt und wieder Mut geschöpft haben?"
Wer hat Ihnen geholfen oder hilft Ihnen dabei, Ihre Fähigkeiten zu entdecken und auszubauen?
Wem können Sie Ihre Wünsche oder Ziele anvertrauen, und wer hilft Ihnen dabei herauszufinden, ob und wie Ihnen die Umsetzung gelingen kann? Wer sagt Ihnen "Das schaffst du" und wer glaubt an Sie? Aber auch, wer hilft Ihnen, Ihre Grenzen zu erkennen, und wer kann Kritik so äußern, dass Sie diese auch annehmen können?
Manche Menschen müssen lang nachdenken, bis ihnen jemand einfällt und wieder anderen fällt gar niemand ein, der sie jemals ermutigt hat. Häufig finden sich bei genauerem Nachdenken aber doch positive Begegnungen, Menschen, die zumindest ab und zu Ermutigungen aussprachen.
Anscheinend bleiben Tadel und Kritik besser im Gedächtnis haften, vor allem wenn sie überwiegen und auf eine lieblose Art geäußert werden.
Wenn wir erwachsen sind, können und sollten wir lernen, mit Kritik konstruktiver umzugehen.
Viele Menschen haben nicht gelernt, Kritik (und auch dies muss man erlernen) auf eine respektvolle Art zu äußern. Außerdem haben viele Menschen "einen wunden Punkt" und in Bezug darauf ist Kritik dann besonders schwer zu verkraften. Sie wird dann sehr oft (zu) persönlich genommen, oft aber eben auch zu persönlich geäußert. Die Person fühlt sich dann als Gesamtes angegriffen und verletzt.
Es ist auch entscheidend, wer diese Kritik äußert. Häufig empfinden wir Kritik gerade von Menschen, die uns viel bedeuten und die für uns wichtig sind, als besonders kränkend.
Kritik kann aber auch als eine Hilfestellung in einem ganz bestimmten Lernprozess verstanden werden wie eben auch als ein Angriff oder eine Demontage der gesamten Persönlichkeit.
Pauschalierungen wie "Nie machst Du das oder immer machst Du jenes", stimmen nämlich selten pauschal, noch sind sie in irgendeiner Weise hilfreich.
Kritik sollte sich daher stets nur auf das unerwünschte Verhalten beziehen und in einer respektvollen Art für die Person geäußert werden! Nur so kann sie hilfreich sein, uns zum Nachdenken bewegen bzw. uns dazu veranlassen, anders zu handeln.
Kritik kann entmutigen, aber auch ermutigen.
Überprüfen Sie daher, ob überhaupt und in welcher Form Kritik für Sie und andere nützlich sein kann - sowohl als "Empfänger" wie auch als "Absender" einer solchen. Fragen Sie sich: " Hat der Kritiker möglicherweise Recht, vielleicht auch nur teilweise"? Ist "nur" die Art der Äußerung unpassend und daher schwer annehmbar? Kann diese Kritik Ihnen trotzdem helfen, sich zu verbessern oder ist sie insgesamt ungerechtfertigt? Wird sie in einer hoch emotionalen Atmosphäre geäußert, in der üblicherweise Aussagen überzogen werden? Bin wirklich ich als Person gemeint oder möglicherweise nur Stellvertreter für andere Personen?
Sie haben nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, sich gegen persönliche und ungerechtfertigte Kritik/Angriffe angemessen zur Wehr zu setzen.
Kritik kann auch als ein versteckter Wunsch verstanden werden, zum Beispiel:
"Mit Dir kann man nicht vernünftig reden, Du schreist immer gleich!"
Der dahinterliegende Wunsch ist, ich würde gerne in aller Ruhe über ......sprechen.
"Du gehst mir mit Deiner Schlamperei auf die Nerven!"
Der Wunsch, ich möchte gerne mehr Ordnung.
Natürlich können wir nicht immer alle an uns herangetragenen "Wünsche" von anderen erfüllen
so wie die anderen auch unseren Wünschen nicht immer nachkommen können oder wollen.
Wenn aber überhaupt eine Bereitschaft für ein besseres Miteinander besteht, kann ein so geäußerter Wunsch sehr wahrscheinlich eher zum Ziel führen als wütend geäußerte Kritik.
Es kann auch zur bewussten Einsicht und Anerkennung verhelfen, dass der andere "anders" ist, seine Wünsche, Fähigkeiten, Möglichkeiten, Bedürfnisse und Anlagen unterschiedlich sind oder gänzlich konträr. Diese Unterschiedlichkeit wird häufig als etwas Trennendes und als persönlicher Angriff erlebt. Sie kann aber auch eine Chance sein, voneinander zu lernen und zu profitieren.
Alte Verhaltensweisen und Denkmuster abzulegen, ist meist schwierig, aber es wenigstens zu versuchen, kann spannend sein und die persönliche Weiterentwicklung unterstützen.
Dazu gehört Mut zur Veränderung dort, wo wir es als nötig oder nützlich erkennen, Mut, sich auf etwas Neues, Ungewisses einzulassen, Mut, der belohnen kann durch ein Stück mehr Zufriedenheit mit sich und "der Welt".
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